CO HABITAT / SUPER COHABITAT

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Termine

Die Wünsche werden den Kopf verlassen und in der Nachbarschaft spazieren gehen. Treffen wir uns in der Steppe nebenan.

Gabriele Sturm

Zeitraum

Ende August 2020 bis Oktober 2021

1 Station: Kulturfabrik F 23, 09. September bis 3. Oktober 2020

2 Station: Haschahof/Zukunftshof, 18. September bis 15. Mai 2021

3 Station: Schrödingerhof, 6. Oktober bis 19. November 2020

4 Station: Maria Potesil Gasse/Madame d´Ora Park, Nähe Gemeinschaftsgarten „Kraut und Blüten“, 11. Juni bis Ende Oktober 2021

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SUPER COHABITAT

Gabriele Sturm
Die Wünsche werden den Kopf verlassen und in der Nachbarschaft spazieren gehen.
Treffen wir uns in der Steppe nebenan.
4. Station: SUPER COHABITAT
Temporäre Intervention an der Maria Potesil Gasse/Madame d´Ora Park,
Nähe Gemeinschaftsgarten „Kraut und Blüten“, 1220 Wien
Mit CO HABITAT entwirft Gabriele Sturm die Vision biodiverser urbaner Räume, in denen eine Koexistenz mit ALLEN Lebewesen möglich ist – kein „Entweder-oder“, sondern ein „Sowohl-als-auch“ von artenreichen Vegetationsgemeinschaften, Insekten, Wild/Tieren wie anthropogenem Lebensraum – ein SUPER COHABITAT. Mit einer ihrer Interventionen, dem Steppensteg, inszeniert die Künstlerin temporär existierende Pflanzengesellschaften/Biotope urbaner Flächen, welche sich in der Warteschleife für eine neue Raumplanung befinden, als mögliches Format für den öffentlichen und sozialen Raum.

In der Seestadt spannt Gabriele Sturm ihr inhaltliches Feld zwischen Hannah Arendts DENKEN OHNE GELÄNDER, der „Seed Bomb“ werfenden Green Guerilla Aktivistin Liz Christy, die den ersten COMMUNITY GARDEN 1973 in New York gründete und der aktuellen Ausstellung FRAUEN BAUEN STADT auf, welche alle Plätze, Wege und Ausstellung in der Seestadt sind. Diese Positionen lassen sich mit weiteren Perspektiven unter dem Blickwinkel der Fragestellung ausleuchten, wie öffentliche Räume als CO HABITAT bzw. SUPER COHABITAT entwickelt und bestehende Teile davon in den urbanen Raum integriert werden können.

Vorhandene Microhabitate an Weg- und Ackerrändern, in öffentlichen Grünräumen, Gemüsegartengestaltungen und der Wall mit reichhaltigen Vegetationsformen, auf dem der Steppensteg mit einem Panormamblick thront, lassen sich zu einem Netzwerk an biodiversen Refugien, dem SUPER COHABITAT weiterspinnen. Mit einem Methodengerüst, zusammengesetzt aus verschiedenen Trägerteilen, können wir den spaziergehenden Wünschen in unserem Kopf einen Raum geben, ihnen einen Freigang gönnen. Mit diesen „Freigängen“ können wir die artenreichen Pflanzengesellschaften und ihre unterschiedlichen Besiedler*innen ein Stück begleiten.

Gabriele Sturm* Osttirol, lebt und arbeitet in Wien
Quelle: KÖR

Das Projekt wird von KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien gefördert, in Kooperation mit der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7) und dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport.

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CO HABITAT

Können öffentliche Orte auch aus ökologisch wertvollen, artenreichen Freiräumen bestehen – als CO HABITAT ?

Ist es ein Ort auf der Höhe der Zeit ?  

Ist es ein möglicher öffentlicher Ort in der Stadt der Zukunft ?

Im Zuge dieser Fragestellung inszeniert Gabriele Sturm biodiverse Vegetationsgemeinschaften als einen artenreichen urbanen Lebensraum.

Diesen strukturreichen Raum stellt sie mögliches Format für einen öffentlichen und sozialen Raum – als CO HABITAT für alle Lebewesen – zur Diskussion.

Mit ihrer  Interventionen Steppensteg, einem Aussichtssteg mit Bodenflächen aus Glas, setzt sie an vier Stationen in Wien biodiverse Lebensgemeinschaften als einen besonderen Ort in Szene.

Die Bodenflächen sind als Sprossen angeordnet, zwischen denen der Regen zu Boden fällt.

Glas läßt das Tageslicht weiterhin auf die Vegetation scheinen.

Diese Intervention, die kaum den Boden berührt, Licht und Wasser durchlässig ist, thematisiert das Anliegen, Eingriffe so minimal wie möglich zu halten, um in Koexistenz mit anderen Lebensformen Konzepte umzusetzen, den Raum vielfältig belebt zu halten.

In ihren Aktionen und Diskussionen reflektiert Gabriele Sturm das Thema CO HABITAT unter immer wieder anderen Gesichtspunkten und verortet mit diesen Diskursen die temporären, biodiversen Lebensräume neu.

Diese ungeplanten Vegetationsflächen begreift die Künstlerin als Orte in der Stadtlandschaft, die ein lebendiges Muster sich öffnender und schließender Räume ergeben. Stadträume, die transformiert werden, sind mögliche, noch nicht verwirklichte, undefinierte Orte, deren Flächen von der Natur besiedelt werden.

Ein Ort, der noch nicht definiert ist, steckt voller Möglichkeiten. Der ökologischen, erlebnisreichen und vor allem sozialen Relevanz artenreicher Lebensräume für unsere Lebensqualität in der Stadt will Gabriele Sturm in ihrem Projekt nachgehen und damit Möglichkeiten bieten, gemeinsam ein Paradies zu entdecken.

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Erfahrung und Wandel

JULIUS SCHNEIDER

José Enrique Rodó lehrt uns, wollen wir der Schönheit größeren Respekt verschaffen, so giltes, nicht auf direktem Wege die Liebe zum Schönen zu beschwören, sondern zuallererst die Ansicht zu verbreiten, dass ein harmonisches Miteinander aller legitimen Tätigkeitsbereichedes Menschen möglich ist.

Im Kontext von Mensch und Natur gilt es also zuallererst ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der Nutzen der Industrie, mithin der materielle Wohlstand und die Intaktheit natürlicher Lebensräume sich nicht widersprechen.

Und somacht uns Rodó darauf aufmerksam, dass wenn wir nicht wollen, dass die Menschen dem Wort Pythagoras folgend „die Schwalben aus dem Hause vertreiben“, wir dieses Ziel nicht dadurch erreichen, dass wir auf direktem Wege die „klösterliche Anmut und die legendäre Tugendhaftigkeit dieses Vogels beschwören“, sondern vielmehr durch den Hinweis, dass „die Schwalbennester in keinerlei Weise die Sicherheit der Dachziegel beeinträchtigen!“

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